Abnehmen - der Wunsch ist nötig, aber es braucht auch einen Plan
8. Mai 2012
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3 Minuten

Ausgangspunkt der Abnehmbemühungen ist der Ist-Zustand. Die Erfolgsaussichten sind deutlich besser, wenn man sich vor Beginn klarmacht, wo man im Moment steht, was man erreichen möchte und wie realistisch oder vernünftig das Ziel ist. Je genauer und kritischer man auf den derzeitigen Zustand guckt, umso besser wird man später Fortschritte feststellen können. Es ist wichtig, auch kleine Fortschritte als solche zu erkennen, sonst verliert man die Motivation. Ehrlichkeit am Anfang ist also ein wichtiger Aspekt für die dauerhafte Motivation und damit für den dauerhaften Erfolg. Auch, wenn es zunächst vielleicht unangenehm erscheint.

Wer gar nicht so genau wissen möchte, was im Moment der Fall ist, der sollte sich zunächst mit diesem Aspekt beschäftigen. Denn es wird auch im Laufe des Abnehmens ständig nötig sein, genau hinzugucken, um immer wieder herauszufinden, was jetzt gerade der Fall ist. Wer das vermeidet, wird kaum herausfinden können, welches für ihn die besten Abnehmmethoden sind. Das verringert die Erfolgschancen.

Der Ist-Zustand kann natürlich in Kilo angegeben werden, ebenso wie der Wunsch-Zustand. Die meisten Menschen wissen, wie viel sie wiegen und wie viel sie gerne wiegen möchten. Tatsächlich ist das die unwichtigste Information.

Viel wichtiger ist, zu sehen, wo man im Moment steht bei den Verhaltensweisen, die über das Körpergewicht entscheiden, bei der Ernährung, beim Essen, bei Bewegung und beim Sport. Ebenso spielen die Stressbelastung und der Umgang mit Stress, Ärger und anderen Emotionen eine Rolle. Bedenkenswert ist auch die eigene Frustrationstoleranz, also die Fähigkeit, Misserfolge auszuhalten ohne aufzugeben. Denn es wird Misserfolge geben, immer wieder. Wer seine Misserfolge genau analysiert und daraus lernt, statt aufzugeben, der wird am Ende viel mehr Erfolg haben als jemand, der keine Misserfolge erlebt.

Alle Verhaltensweisen, auch die Art, wie man über Dinge denkt und nachdenkt, kann man ändern. Das Körpergewicht kann man dagegen nur indirekt ändern, indem man sein Verhalten ändert. Wenn man also sein Verhalten, seine Gewohnheiten genau betrachtet, dann wird man herausfinden, was man tun kann, oder auch tun sollte, um sein Gewicht zu ändern. Wenn man dagegen ständig auf die Anzeige der Waage starrt, wird man nicht viel herausfinden können. Für den Erfolg ist es also wichtig, sich sein eigenes Verhalten, seine eigenen Gewohnheiten vor Augen zu führen. Die Sache mit dem Gewicht, die wird sich dann schon finden.

Genauso verhält es sich mit den Zielen. Fast jeder hat eine bestimmte Kilozahl im Kopf, die er anstrebt. Das ist allerdings gar nicht so wichtig. Denn um dieses Ziel zu erreichen, müssen Verhaltensweisen geändert werden. Es ist also eine gute Idee, sich Ziele für neue oder bessere Verhaltensweisen zu setzen, statt Ziele in Kilos zu definieren. Denn auf sein Verhalten hat man unmittelbar Einfluss, auf das Gewicht nur indirekt. Es ist also besser, sich zum Beispiel als Ziel zu setzen, seine Mahlzeiten besser zu planen, oder nur eine bestimmte Menge Süßigkeiten zu essen, als sich ein bestimmtes Gewicht als Ziel zu setzen. Es ist besser, sich zum Beispiel regelmäßigen Sport vorzunehmen, als unbedingt jede Woche ein Kilo verlieren zu wollen. Denn ob man zum Sport geht oder nicht, das kann man selbst entscheiden, ob man dagegen das Kilo gerade in dieser Woche abnimmt oder erst in der nächsten oder übernächsten, das bleibt oft das Geheimnis des Körpers.

Wer sich Ziele setzt, auf deren Erreichung er selbst unmittelbar Einfluss hat, der hat bessere Erfolgschancen als jemand, der seine Ziele in Kilos definiert. Das Vorgehen ist auch immer gleich, ganz egal, ob man ein, fünf oder fünfzig Kilo verlieren möchte. In jedem Fall muss man Gewohnheiten dauerhaft ändern, wenn man dauerhaft ein niedrigeres Gewicht haben möchte.

Wie realistisch die eigenen Ziele sind, wird man oft erst im Laufe der Zeit herausfinden können. Wenn man engagiert an sich arbeitet, wird man auch feststellen, dass die Ziele sich im Laufe der Zeit ändern. Je besser man sich selbst kennenlernt, umso besser werden auch die Ziele zu einem selber passen. Und umso bessere Methoden zur Zielerreichung wird man finden. Es ist alles ein Prozess, nichts ist endgültig.

Zur nächsten Folge des Abnehmkurses: Veränderungen: Ernährung und Essverhalten

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Beitragsbild: Africa Studio/Shutterstock