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Wieviel Süßes ist normal?

Viele Menschen, nicht nur Übergewichtige, essen Süßes. Viel Süßes. Dabei fragen sie sich, ob das normal ist, ob alle so viel Süßes essen, ob es gut ist, soviel Süßes zu essen und wo genau die Grenze zwischen normalen Lebensmitteln und Süßigkeiten liegt. Vor allem Übergewichtige und Abnehmwillige fragen sich, was man dagegen tun kann. Denn einfach auf das Süße zu verzichten, ist schwer. Sehr schwer. So schwer, dass alle guten Vorsätze bisher nichts genützt haben. Es erscheint fast wie eine Sucht, man verliert den freien Willen, selbst zu entscheiden, ob man die süßen Sachen jetzt essen möchte oder nicht. Das Ganze ist zwar unangenehm, aber nicht ungewöhnlich. Es geht einfach ganz vielen so. Die Gier ist dabei tatsächlich nur so ähnlich wie eine Sucht, man kann sich das wieder abgewöhnen.

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Die Antwort darauf, wieviel Süßes normal ist, besteht nicht nur in einer Aufzählung der süßen Sachen die man über den Tag verteilt so isst, die andere über den Tag so essen. Die Antwort bezieht immer auch die Frage ein, warum man das eigentlich macht, obwohl man weiß, dass es nicht wirklich ein Beitrag zur gesunden Ernährung ist. Warum man das macht, obwohl es nicht wirklich Spaß macht, sondern zu einem schlechten Gewissen führt. Warum man das macht, obwohl man weiß, dass man damit viele Kalorien zu sich nimmt, die nicht satt machen und damit das Abnehmen und Gewichthalten zumindest erschweren. Obwohl man weiß, dass die süßen Sachen trotz der vielen Kalorien nahezu frei von Nährstoffen sind. Keine Vitamine, keine Mineralstoffe, keine Ballaststoffe oder sekundären Pflanzenstoffe, nichts, nur Kalorien.

Trotzdem alle vernünftigen Argumente dagegen sprechen, kann man die süßen Sachen einfach nicht liegen lassen. Da wirkt es dann doch zumindest entlastend, dass es anderen genauso geht.

Normal ist das, was alle tun, oder?

Natürlich kommt es drauf an, was man unter normal versteht. Viel Süßes zu essen ist normal in dem Sinne, dass die Anderen das auch tun. Zumindest ganz viele andere. Wer nichts oder kaum Süßes isst, fällt auf, ist ungewöhnlich, in dem Sinne tatsächlich nicht normal. Wenn normal das ist, was alle anderen tun, dann ist es normal, viel Süßes, vor allem viel Süßes aus industrieller Produktion, zu essen. Spätestens jetzt wird klar, dass das nicht gemeint ist. Die Feststellung, dass die Anderen das auch so machen, hilft ja nicht weiter, löst die eigenen Gewichtsprobleme nicht, verhindert nicht das schlechte Gewissen.

Dass alle anderen auch so viel Süßkram essen, macht es ja tatsächlich nicht besser. Der Vorsatz, in Zukunft weniger davon zu essen, ist also durchaus eine gute Idee. Nur wie bekommt man das hin, wie hält man das durch? Disziplin und Selbstkasteiung, eiserner Verzicht haben in der Vergangenheit nicht dazu geführt, dass man länger als ein paar Tage durchgehalten hätte. Es braucht also eine funktionierende Methode. Man muss irgendetwas anders machen als bisher.

Süßes und die Natur des Menschen

Da die Vernunft trotz aller Schwierigkeiten doch ein ganz guter Ratgeber ist, hilft es, sich ein paar Gedanken zu den Ursachen dieses verbreiteten Verhaltens zu machen. Und da gibt es vor allem zwei mögliche Erklärungen. Die eine sagt, dass die Natur des Menschen eben so ist, vor allem die kalorienreichen Sachen, die süßen und fetten, besonders gerne zu mögen. In früheren Zeiten, als Nahrung knapp war, war das ja durchaus sinnvoll. Der Frühmensch wusste nichts von Nährstoffen und Kalorien, er wusste nur, dass der Honig besonders lecker war und hat sich deshalb etwas ausgedacht, wie er ihn den Bienen entwenden könnte. Heute ist die leckere Versuchung noch genauso groß wie damals, nur dass man sich nicht mehr besonders viel ausdenken muss, um an die süßen Sachen zu kommen, und die Kalorien heute keine Mangelware, sondern im Überfluss vorhanden sind.

Die andere Erklärung ist, dass wir unter Umständen manipuliert werden. Denn es fällt auf, dass es vor allem die industriell hergestellten Süßigkeiten sind, bei denen man so schwer aufhören kann, die man so dringend wieder haben muss. Ein Honig- oder Marmeladenbrot ist auch süß, aber das braucht man nicht jeden Tag, da reicht einem auch eins, da kann man wieder aufhören, nachdem man es gegessen hat. Obst ist auch süß, aber auch Obst hat nicht diesen Suchtfaktor, nicht diesen Zwang, immer mehr und immer wieder davon zu essen. Bei Nuss-Nougat-Creme sieht es dann schon wieder anders aus, aber die ist ja auch wieder ein Industrieprodukt.

Es ist eben nicht nur Süßes, das uns besonders in seinen Bann zieht, es ist auch Fettes. Die modernen Süßigkeiten sind gekonnte Kompositionen aus beidem, ergänzt durch eine Vielzahl von Zusatzstoffen, von denen nicht wirklich bekannt ist, wie sie wirken. Das Ergebnis ist jedenfalls so gut wie unwiderstehlich. Wer es also nicht schafft, zu widerstehen, der sollte die Schuld dafür nicht nur bei sich selber suchen, sondern auch beim Produkt. Auch wenn sich da natürlich die Frage stellt, wie man sich dem Einfluss dieser Produkte wieder entziehen kann.

Was sind eigentlich alles Süßigkeiten?

Bei der Frage, wieviel Süßes denn normal ist, muss man sich auch damit befassen, was denn nun eigentlich alles Süßigkeiten sind, was alles mitgezählt werden muss. Die Antwort ist garnicht so einfach. Die Grenze zwischen Süßigkeiten und normalen Lebensmitteln ist alles andere als eindeutig. Süßes muss nicht unbedingt Zucker enthalten, Glukosesirup und noch ein paar weitere Substanzen machen auch süß, bei geringerer Süßkraft und gleicher Kalorienzahl. Weil Glukosesirup auch noch billiger ist als Zucker, ist er die Substanz der Wahl für die Lebensmittelindustrie. Glukosesirup ist (fast) überall drin. Zumindest in fast allem, was eine Lebensmittelfabrik von innen gesehen hat. In der Natur kommt er nicht vor.

Vieles was süß ist, enthält also mehr von der süßmachenden Substanz, als der Geschmack vermuten lassen würde. Für die schlanke Linie ist es egal, ob man von Zucker oder von Glukosesirup dick wird, aber Glukosesirup wird von der Industrie bevorzugt verwendet. Dadurch dass das Produkt sowohl Zucker als auch Glukosesirup enthält, macht jedes nur einen recht kleinen Teil der Gesamtmenge aus, wird also in der Zutatenliste erst weiter hinten erwähnt als wenn es nur eine Substanz wäre. Dadurch entsteht fälschlicherweise ein Eindruck von recht wenig Zucker. Und man kann praktischerweise mehr davon nehmen, ohne dass das Produkt zu süß wird.

Glukosesirup und andere Zuckerarten werden auch in nicht-süßen Produkten, zum Beispiel in Fertiggerichten und Fertigsoßen, zugegeben, einfach weil sie die billigste Methode sind, Masse zu schaffen. Ein Kilo Glukosesirup kostet einfach weniger als ein Kilo Mehl oder ein Kilo von etwas anderem. Also wird versucht, möglichst viel von der billigen Zutat zu verwenden, das senkt den Preis des Endprodukts. Also, den Herstellungspreis, nicht unbedingt den Verkaufspreis.

Wenn man also wissen möchte, wieviel Süßes man so isst, muss man nicht nur solche Lebensmittel mitzählen, die süß schmecken, sondern noch viele andere auch. Ein Blick auf die Zutatenlisten hilft, sich das ganze Ausmaß des Problems klar zu machen. Auch vermeintlich gesunde Produkte wie Müsli enthalten oft bis zu einem Drittel ihrer Masse an Zucker und anderen süßmachenden Substanzen, sind also auch Süßigkeiten.

Zuckerverbrauch und Statistik

Da ist es dann nicht mehr verwunderlich, dass der Zuckerverbrauch in Deutschland seit Jahren mit leichten Schwankungen etwa 34 Kilo pro Person und Jahr beträgt. Das sind fast 100 Gramm Zucker am Tag für jeden oder etwa 136.000 Kalorien im Jahr. Was rein rechnerisch etwas weniger als 20 Kilo Körperfett entspricht. Die meisten werden entrüstet oder zufrieden feststellen, dass sie bisher noch in keinem Jahr 34 Pakete Zucker gekauft haben. Das bedeutet leider nicht, dass man mit seinem Zuckerverbrauch unterhalb des Durchschnitts liegen würde. Denn der Zucker ist (fast) überall drin, auch dann, wenn man nichts davon merkt.

Die verbreitete Idee, statt Zucker Stevia oder andere Süßungsmittel zu verwenden, greift deshalb zu kurz, denn die meisten süßen Sachen, die gegessen werden, stammen aus industrieller Produktion. Und die Industrie macht keine Anstalten, den billigen Glukosesirup durch irgendwelche anderen Substanzen zu ersetzen. Viele Süßigkeiten würden, wenn sie statt mit Glukosesirup mit Stevia gesüßt werden würden, nur noch die Hälfte oder noch weniger ihres Gewichtes haben, also schon alleine deshalb etwa das doppelte kosten. Wer sich über Stevia informieren möchte, kann das zum Beispiel hier tun.

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Bei der Vernunftentscheidung für oder gegen Süßigkeiten, für oder gegen Zucker in allen seinen Formen kann es helfen, sich ein bisschen über Herstellungsprozesse und Rahmenbedingungen zu informieren. Wenn man nur als Beispiel die Werbebroschüre eines Süßwarenherstellers liest, dann macht das nicht unbedingt Appetit, dann bekommt man nicht unbedingt den Eindruck, dass es da auch nur um Lebensmittel geht. Daneben kann man sich auch zum Beispiel über die sozialen Folgen der Süßwarenproduktion informieren.

Normal ist, was der Natur entspricht, was nützt, nicht schadet

Wenn dann die Vernunftentscheidung gegen den Konsum größerer Zucker- und Süßigkeitenmengen gefallen ist, braucht es nur noch eine Strategie, wie man das tatsächlich in die Tat umsetzt, so dass es dauerhaft durchgehalten werden kann. Eine gute Strategie ist, nicht zu verzichten, sondern zu ersetzen. Also das Süße nicht einfach wegzulassen, sondern an der Stelle etwas anderes zu essen. Zum Beispiel Haferflocken oder selbstgemischtes Müsli anstelle eines Fertigproduktes, selbstgekochtes Essen anstelle von Fertiggerichten, Obst anstelle von Schokolade, Quarkspeise oder selbstgebackener Kuchen anstelle von Industrie-Süßkram.

Wenn man das tut, wenn man nach und nach den eigenen Süßigkeitenkonsum reduziert und stattdessen immer mehr gesunde, möglichst naturbelassene Produkte zu sich nimmt, dann wird man bald merken, wie das eigene Wohlbefinden sich verbessert, Wachheit und Leistungsfähigkeit steigen. Man lernt wieder, unterschiedliche Geschmäcker zu unterscheiden, ist nicht mehr auf den Einheits-Süßgeschmack geeicht. Das führt dazu, dass man mehr unterschiedliche Lebensmittel zu sich nimmt, dadurch seine Nährstoffversorgung verbessert, sich also gesünder und wahrscheinlich auch kalorienärmer ernährt. Nicht durch einfachen Verzicht auf Süßes, sondern durch das Ersetzen der süßen Sachen durch andere, weniger süße, weniger fette und auch selbst hergestellte Lebensmittel gelingt nach und nach eine Umstellung hin zu einer gesünderen Lebensweise, die dann auch durchgehalten werden kann.

Ganz auf Süßes zu verzichten, muss dann auch garnicht sein. Hier und da etwas Besonderes, etwas selbst Hergestelltes oder sonstwie Gutes zu genießen, ist dann ein Stück Lebensqualität, das nicht schadet, sondern nützt. Ein bisschen Süßes zu essen ist also ganz normal.

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2 Kommentare… jetzt kommentieren:
  • Frühstück, ganz wichtig beim Abnehmen 22. Februar 2013, 14:31

    […] meisten Lebensmittel, die in den letzten Jahren fürs Frühstück (und auch sonst) erfunden wurden. Dabei ist es eine gute Idee, Zucker weitgehend zu meiden. Zucker hat viele Kalorien, macht nicht satt und führt schnell dazu, dass man wieder hungrig wird, […]

  • Gutes Brot ist ein Grundnahrungsmittel, auch beim Abnehmen 4. März 2014, 21:03

    […] Ernährung. Da bei einer solchen Ernährungsweise die fehlenden Kohlenhydrate aber häufig durch vermehrten Süßigkeitenkonsum ausgeglichen werden, lohnt es sich schon deshalb, nach Alternativen zu suchen. Denn sparsam bei den […]

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