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Blogparade: Exotisches Essen

Diese Woche fragt Sabienes nach exotischem Essen. Wie schmeckt exotisches Essen? Lohnt es sich, aus dem Urlaub Anregungen, Rezepte, Zutaten mit nach Hause zu nehmen? Wo ist die Grenze, wo wird das Exotische eklig? Ich werde wie in den anderen Beiträgen zu Sabienes Blogparade auch einen Zusammenhang zum Abnehmen und Gewichthalten herstellen.

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Abnehmen mit exotischem Essen

Exotisches Essen ist nicht eindeutig definiert, es kann also jeder etwas anderes darunter verstehen. Meistens ist damit Essen gemeint, das nicht dem Gewohnten entspricht, häufig auch die Küche anderer Länder. Je weiter weg, desto exotischer. Tatsächlich haben sich die Grenzen allerdings in vielerlei Richtungen verschoben, so dass heutzutage viele Vorstellungen von exotischem Essen nebeneinander existieren. Es ist also keineswegs eindeutig klar, was überhaupt gemeint ist, wenn man von exotischem Essen spricht.

Zum Beispiel wachsen Bananen und Apfelsinen nicht in Europa, sind aber für die meisten absolut alltäglich. Überhaupt nicht exotisch. Dasselbe gilt für Kiwis, die jeder kennt und die die meisten völlig normal und unexotisch finden. Stachelbeeren dagegen, die genauso schmecken wie Kiwis, sind inzwischen vielen unbekannt, obwohl es sich dabei um ein heimisches Obst handelt. Wenn exotisch außergewöhnlich bedeutet, dann sind Stachelbeeren heutzutage wohl weit eher exotisch als Kiwis.

Reis wächst überhaupt nicht in Europa, wird aber von den meisten inzwischen selbstverständlich als Grundnahrungsmittel angesehen, überhaupt nicht exotisch. Andererseits leben auch hier viele Insektenarten, und andere, meistens kleinere Tiere, die die meisten von uns überhaupt nicht als Lebensmittel ansehen würden, obwohl sie anderenorts gegessen werden. Oder zu anderen Zeiten gegessen wurden.

Steinzeit-Ernährung

Zum Beispiel ist zur Zeit die Paleo-Diät modern, die eine Ernährung wie in der Steinzeit propagiert. Man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Menschen damals Regenwürmer und noch viele andere, uns eklig vorkommende Tiere und Pflanzenteile gegessen haben. Ziemlich sicher haben sie Tiere vollständig verwertet, nicht wie wir heute nur die Steaks und Filets gegessen. Ganz soweit geht die Diät natürlich nicht, dort gibt es statt Regenwurm und Gehirn vom Auerochsen dann doch lieber Steak vom Rind. Obwohl es damals noch garkein Hausrind gab.

Und das zeigt auf ein Problem mit dem exotischen Essen. Der Begriff exotisch ist ja positiv besetzt, exotisch soll es also sein, aber bitte nicht eklig. Dabei wird alles Ungewohnte sehr schnell als eklig wahrgenommen. Exotisch, aber bitte nicht ungewohnt, das ist allerdings schwierig zu haben.

Wer abnehmen will, muss etwas ändern

Tatsächlich ergibt sich daraus auch ein Zusammenhang mit dem Abnehmen. Denn das Gewohnte, das war ja das, was das Übergewicht herbeigeführt hat. Es wäre also tatsächlich sehr gut, etwas exotischer als bisher zu essen, wenn man abnehmen möchte. Denn man muss etwas anders machen als bisher, wenn man möchte, dass sich etwas ändert. Es liegt ziemlich nahe, dass man anders essen muss als bisher, wenn man abnehmen und danach schlank bleiben möchte.

Es ist also eine gute Idee, zum Abnehmen exotisch zu essen. Wobei exotisch erstmal tatsächlich nur außergewöhnlich, anders als das bisher Gewohnte, bedeutet. Für jemanden, der sich bisher von Pizza und Chips ernährt hat, mag ein Apfel ziemlich exotisch sein. Für die meisten wohl eher nicht. In jedem Fall ist es eine gute Idee, den Apfel zu essen.

Diätpläne und exotisches Essen

Viele Diätpläne und Ernährungsvorschriften, die das Ziel der Gewichtsreduktion verfolgen, arbeiten mit mehr oder weniger exotischen Nahrungsmitteln, Gewürzen und Zubereitungsarten. Das ist im Grunde positiv zu bewerten, macht es doch ganz klar, dass ab jetzt etwas anders gemacht wird, ganz anders. Zum einen wird dadurch eine Zäsur gesetzt, ab heute wird alles anders und besser. Zum anderen werden die Essensgewohnheiten einer gründlichen Prüfung unterzogen. Das Ergebnis ist für gewöhnlich eindeutig, so wie bisher kann es nicht weitergehen. Aber ist das, was der Diätplan vorsieht, die Lösung?

Exotisches Essen und Gewohnheiten

Diätpläne sind oft sehr radikal. Da wird von jetzt auf sofort alles, aber auch wirklich alles anders gemacht als bisher. Die Lebensmittelauswahl sortiert in vielen Fällen alles aus, was bisher gegessen wurde, es werden (fast) nur noch ungewohnte Lebensmittel verwendet. Die Zubereitungsarten werden ebenfalls oft so gewählt, dass sie für die meisten Neuland bedeuten. Das Ganze ist auf der einen Seite natürlich neu und aufregend, damit sicherlich auch motivierend. Allerdings hat es auch Nachteile.

Zum einen sind die Lebensmittel, je exotischer sie sind, meistens auch umso teurer. Es hat sich aber gezeigt, dass neue Ernährungsformen nur dann zum Abnehmen und schlank bleiben taugen, wenn sie dauerhaft durchgehalten werden. Wer also zum Abnehmen über seine Verhältnisse leben muss, der macht etwas falsch.

Zum anderen sind aufwendige Zubereitungsarten zwar insofern gut, als dadurch meistens aus frischen Zutaten gesundes Essen hergestellt wird. Es gilt aber auch hier, nur was man dauerhaft durchhält, bringt dauerhaften Erfolg. Das eigene Zeitbudget sollte also realistisch betrachtet werden. Wer eine halbe Stunde Mittagspause hat, der wird mittags nicht selbst kochen.

Vor allem aber ist exotisches Essen eben, sozusagen schon per Definition, ungewohnt. Das ist im Moment schön und erfreulich. Aber auf Dauer kollidiert es eben doch mit den Gewohnheiten, die sich als hartnäckiger herausstellen, als man zunächst wahr haben wollte.

Exotisches für außergewöhnliche Situationen

Die meisten Menschen kommen vor allem im Urlaub in Kontakt mit exotischem Essen. Manche genießen das Neue, Ungewohnte in vollen Zügen, aber das gilt nicht für jeden. So mancher möchte auch im Urlaub nicht von seinen Gewohnheiten abweichen. Einem gängigen Vorurteil zufolge ist diese Eigenschaft vor allem unter Deutschen verbreitet. Allerdings ist nicht überprüft, ob andere da besser sind.

In jedem Fall kann man davon ausgehen, dass jemand, der noch nicht einmal im Urlaub die Küche des Landes, in dem er sich gerade aufhält, probieren möchte, mit einer Umstellung seiner Ernährung auf exotisches Essen, egal in welcher Form, Schwierigkeiten haben wird. Wahrscheinlich gleich am Anfang, auf Dauer sowieso. Wer also ehrlicherweise von sich sagen muss, dass er zu diesen Menschen gehört, die nur das Gewohnte essen mögen, und sonst nichts, der sollte nicht so naiv sein, zu glauben, er könnte mit einer (für ihn) exotischen Diät abnehmen.

In abgeschwächter Form gilt das gleiche Argument allerdings auch für jene, die die exotische Küche genießen. Denn die meisten werden nach einiger Zeit feststellen, dass es nun genug ist, und sich doch wieder nach dem Gewohnten sehnen. Im Urlaub fällt das nicht auf, der ist dafür nicht lang genug, aber bei der Umstellung der Essgewohnheiten merkt man es nach einiger Zeit dann eben doch.

Exotisches Essen ist also eine feine Sache, jedenfalls solange es die Ausnahme bleibt. Solange es nicht auf Dauer das Einzige sein soll, das man noch bekommt. Man kann festhalten, dass eine Umstellung der Ernährung, der Essgewohnheiten auf vollkommen Neues, vollkommen Ungewohntes auf Dauer nicht funktionieren wird. Die Macht der Gewohnheit spricht dagegen. Wer es versucht, handelt sich nur unnötige Niederlagen ein. Die sich vermeiden lassen.

Gewohnheiten ändern

Denn auch wenn die Gewohnheit ganz klare Forderungen stellt, so kann man sie doch ändern. Zwar nicht mit Gewalt, aber sie lässt sich überlisten. Bananen und Kiwis stehen in Mitteleuropa erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit ständig zur Verfügung. Sie sind hier nicht heimisch. Und doch essen die meisten Leute Bananen und Kiwis, und sie essen sie gerne. Auch die vielen internationalen Restaurants, die in unseren Städten zu finden sind, erfreuen sich guter Geschäfte. Irgendjemand isst dort. Freiwillig. In den Feinkostabteilungen der Supermärkte gibt es schlicht alles, und es wird gekauft, wenn auch seltener als Kartoffeln und Schnitzel. Es gibt Menschen, die das Exotische mögen, und zwar auch immer wieder. Sie haben sich umgewöhnt, denn vieles gab es noch nicht, als diese Menschen Kinder waren und ihre Gewohnheiten geformt wurden.

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Gewohnheiten lassen sich ändern, wenn man nicht versucht, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern stattdessen einen Schritt nach dem anderen macht. Wer bisher so gut wie nie Obst gegessen hat, für den ist Obst, egal welches, erstmal exotisch. Statt jetzt eine vegetarische Ernährung zu starten, die nur aus Obst und Gemüse besteht, wäre es viel besser, und erfolgversprechender, erstmal herauszufinden, ob es eine Obstsorte gibt, die einem richtig gut schmeckt. Und davon dann erstmal jeden Tag ein Stück zu essen. Man gewöhnt sich dran. Vor allem, wenn es gut schmeckt. Später kann man dann weitere Obstsorten dazu nehmen, mehr davon essen, andere Zubereitungsarten finden und erfinden. Eins nach dem anderen, das führt auf Dauer zum Ziel.

Wer bisher nur abwechselnd Fertigpizza und Schnitzel mit Pommes gegessen hat, für den ist jedes andere Gericht erstmal exotisch. Nie wieder Schnitzel, Pommes und Fertigpizza wäre sicherlich gut für die schnelle Gewichtsreduktion, ist aber nicht realistisch, was das Durchhalten angeht. Da ist es dann viel besser, das Exotische nach und nach einzuführen. Vielleicht mal Schnitzel mit Salzkartoffeln und Bohnen zu essen, oder mal eine Pizza selbst zu machen. Das ist garnicht so schwer.

Was genau exotisch ist, ist für jeden Menschen etwas anderes. Manche sind weit gereist, haben die originale Küche vieler Länder kennengelernt. Diese Menschen können meistens berichten, dass das Essen, das wir hier in den exotischen Restaurants bekommen, so exotisch garnicht ist. Es ist ein Kompromiss zwischen der originalen Küche der jeweiligen Länder und dem hier üblichen Geschmack. Auch wenn mancher über diesen Kompromiss lächelt, ihn nicht ganz ernst nehmen kann, so ist er doch der Schlüssel zum Erfolg, wenn man das Exotische einführen möchte. Egal, ob man ein Restaurant zum Erfolg führen möchte, oder ob man seine Ernährung dauerhaft erfolgreich umstellen möchte. Erstmal ein Mittelweg zwischen dem, was derzeit der Fall ist, und dem, was man anstrebt, das führt tatsächlich zum Ziel. Nicht gleich alles ändern, was einem änderungsbedürftig erscheint, sondern eins nach dem anderen.

Denn wenn man sich zwingt, solche Lebensmittel oder Gerichte zu essen, die einem, wenn auch nur zur Zeit, eklig erscheinen, dann verbaut man sich auf lange Zeit den Weg zu einer erfolgreichen Änderung. Immer nur soviel ändern, dass es einem noch angenehm erscheint, das führt zum Ziel, auch wenn der Weg etwas länger erscheint. Wenn man möchte, kann man auf die Weise sogar lernen, Regenwürmer zu mögen. Notwendig ist das jedoch nicht.

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2 Kommentare… jetzt kommentieren:
  • Exotisches Essen birgt ja unter anderem auch die Problematik der langen Lieferwege!
    Wie dem auch sei, je mehr die Welt zusammenwächst, umso mehr schwindet die Exotik. Denn früher waren Kartoffeln und Pfeffer für den Mitteleuropäer genauso exotisch, wie nun Kumquats oder Straußensteaks.
    Und irgendwann kann man in Form von Stachelbeeren und Rhabarber die Exotik im eigenen Land wieder entdecken.
    Ich gehe mal und esse einen Apfel 😉
    LG
    Sabienes

  • Das mit den Lieferwegen kommt ja drauf an, was man unter exotisch versteht. Die „exotischen“ Stachelbeeren wachsen ja hier, während zum Beispiel der Curry für die typisch deutsche Currywurst von weit her kommt. Strauße werden ja auch in Deutschland gezüchtet, waren, wenn ich mich nicht irre, früher sogar mal hier heimisch.

    Und wenn wir so weitermachen, wird auch der Apfel an Exotik gewinnen. Der kommt doch um diese Zeit auch aus Neuseeland, oder?

Wir freuen uns über Kommentare!

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